Manchmal spürt man es ganz deutlich: Der Körper möchte eine Pause. Nicht noch mehr Kaffee, nicht noch ein schnelles Essen zwischendurch, nicht noch mehr Reize, sondern Ruhe. Eine echte Unterbrechung. Ein Innehalten. Genau deshalb ist Heilfasten für mich so wertvoll.
Heilfasten nach Otto Buchinger ist für mich keine Diät und auch kein strenger Selbstoptimierungsplan. Es ist eher ein bewusster Rückzug. Eine Zeit, in der der Körper nicht ständig mit Verdauung beschäftigt ist, der Kopf wieder klarer wird und man sich selbst auf eine ganz neue Art wahrnimmt. Es geht nicht darum, sich etwas zu verbieten, sondern darum, für einige Tage ganz bewusst loszulassen.
In diesem Artikel teile ich meine persönliche vegane Fastenroutine mit drei Einleitungstagen, einem ersten Fasten- und Reinigungstag, sechs weiteren Fastentagen und drei Aufbautagen. Es ist ein Erfahrungsbericht, aber auch eine praktische Anleitung für alle, die sich für Heilfasten, pflanzenbasierte Ernährung und einen bewussten Neustart interessieren.
Wichtig vorweg: Heilfasten ist nicht für alle geeignet. Wer Medikamente nimmt, chronisch krank ist, schwanger ist, stillt, untergewichtig ist, starke Kreislaufprobleme hat oder eine Essstörung hat oder hatte, sollte unbedingt vorher ärztlich abklären, ob Fasten sinnvoll ist. Dieser Artikel ersetzt keine medizinische Beratung.
Warum Heilfasten sinnvoll sein kann
Im Alltag essen wir oft nicht nur aus Hunger. Wir essen aus Gewohnheit, aus Stress, aus Müdigkeit, aus Langeweile oder weil gerade etwas da ist. Beim Fasten fällt all das plötzlich weg. Und genau das kann am Anfang ganz schön herausfordernd sein. Der Körper vermisst seine Routinen. Der Kopf beginnt zu diskutieren. Plötzlich denkt man an Brot, Pasta, Kaffee oder Süßes, obwohl man vorher vielleicht gar nicht so großen Appetit darauf hatte. Aber genau darin liegt auch die Chance: Man erkennt, wie sehr Essen manchmal als Ablenkung dient. Während des Heilfastens wird die Verdauung entlastet. Der Körper bekommt weniger Energie von außen und beginnt, auf gespeicherte Energie zurückzugreifen. Viele Fastende erleben nach den ersten schwierigeren Tagen ein Gefühl von Leichtigkeit, Klarheit und innerer Ruhe. Für mich fühlt es sich jedes Mal an wie ein Reset-Knopf. Nicht nur körperlich, sondern auch mental.
Wichtig ist: Heilfasten nach Buchinger ist keine Nulldiät. Klassisch wird während der Fastentage eine sehr geringe Energiemenge aufgenommen – meist unter 300 kcal pro Tag, vor allem über Gemüsebrühe, Tee, Wasser und kleine Mengen Saft. Genau dadurch bleibt der Körper im Fastenmodus, bekommt aber dennoch etwas Wärme, Geschmack und eine kleine Menge Energie.
Auch entzündungsrelevante Prozesse können sich während des Fastens verändern. Da der Körper von der ständigen Nahrungszufuhr in den Fastenstoffwechsel wechselt, sinkt unter anderem die Insulinausschüttung, die Fettverbrennung nimmt zu und der Stoffwechsel arbeitet anders als im normalen Essalltag. Viele Menschen nutzen Heilfasten deshalb auch als bewusste Auszeit bei einem „überreizten“ Körpergefühl. Wichtig ist mir hier aber eine ehrliche Einordnung: Fasten ist kein Allheilmittel, und die Wirkung auf Entzündungsmarker kann individuell unterschiedlich sein. Gerade bei bestehenden Erkrankungen, chronischen Entzündungen oder Beschwerden sollte Heilfasten immer ärztlich begleitet werden.
Autophagie: das körpereigene Recyclingprogramm
Ein spannender Prozess, der beim Fasten immer wieder erwähnt wird, ist die sogenannte Autophagie. Vereinfacht gesagt handelt es sich dabei um eine Art körpereigenes Recyclingprogramm auf Zellebene. Die Zellen beginnen, beschädigte oder nicht mehr gut funktionierende Bestandteile abzubauen und wiederzuverwerten – wie ein innerer Hausputz.
Autophagie läuft im Körper grundsätzlich immer in gewissem Maß ab. Beim Fasten wird sie jedoch deutlich stärker angeregt. Sobald der Insulinspiegel sinkt und die Glykogenspeicher nach und nach geleert werden, verändert sich die Signallage im Körper. Häufig wird davon ausgegangen, dass dieser Prozess nach etwa 12 bis 16 Stunden langsam an Fahrt aufnimmt.
Richtig interessant wird es nach etwa 24 bis 36 Stunden Fasten: Nachdem die Glykogenspeicher weitgehend geleert sind, stellt sich der Stoffwechsel zunehmend um. Die Fettverbrennung rückt stärker in den Mittelpunkt, der Körper greift vermehrt auf Fettreserven zurück und bildet Ketonkörper – diesen Zustand nennt man Ketose. Gleichzeitig werden die zellulären Aufräumprozesse intensiver.
Noch spannender wird es bei längeren Fastenphasen zwischen 36 und 72 Stunden. In diesem Zeitraum gewinnt die „Reparatur- und Recyclingarbeit“ weiter an Bedeutung, da der Wachstumsfaktor IGF-1 sinken kann – ein Signal, das den Körper stärker von Wachstum auf Erhaltung und Reparatur umschalten lässt.
Die genauen Zeitpunkte können von Mensch zu Mensch variieren, je nachdem, wie die Ernährung vorher aussah, wie leer die Glykogenspeicher sind, wie viel Bewegung dazukommt und wie der eigene Stoffwechsel arbeitet. Als Orientierung ist aber hilfreich: Nach 12 bis 16 Stunden beginnt der Prozess langsam, nach 24 bis 36 Stunden wird er deutlicher, und bei 36 bis 72 Stunden Fasten läuft der innere Hausputz besonders intensiv.
Für mich passt dieses Bild sehr schön zum Heilfasten: Der Körper bekommt eine Pause vom ständigen Verarbeiten neuer Nahrung und kann sich stärker auf innere Ordnungsprozesse konzentrieren. Genau deshalb fühlt sich Fasten nach einigen Tagen oft nicht nur nach Verzicht an, sondern nach Aufräumen, Loslassen und Neubeginn.
“
Der Weg zur Gesundheit führt durch die Küche, nicht durch die Apotheke.
Sebastian Kneipp
Was passiert beim Fasten im Körper?
In den ersten Stunden und Tagen stellt der Körper seinen Energiestoffwechsel Schritt für Schritt um. Zunächst greift er auf die schnell verfügbaren Kohlenhydratspeicher zurück, die sogenannten Glykogenspeicher. Diese befinden sich vor allem in der Leber und in der Muskulatur.
Der Glykogenspeicher der Leber ist begrenzt. Je nach Bewegung, Stoffwechsel, vorheriger Ernährung und individueller Ausgangslage ist er meist nach etwa 18 bis 24 Stunden ohne nennenswerte Kohlenhydratzufuhr weitgehend geleert. Die Muskulatur speichert ebenfalls Glykogen, gibt dieses aber nicht direkt zur Stabilisierung des Blutzuckers ans Blut ab, sondern nutzt es vor allem für die eigene Muskelarbeit.
Wenn die schnell verfügbaren Kohlenhydratspeicher knapper werden, beginnt der Körper zunehmend, Energie aus Fettreserven zu gewinnen. Diese Umstellung auf stärkere Fettverbrennung passiert nicht schlagartig, sondern fließend. Grob gesagt: Nach etwa 24 bis 48 Stunden wird die Fettverbrennung deutlich wichtiger. Nach zwei bis drei Fastentagen läuft der Körper meist spürbarer im Fastenstoffwechsel, und viele merken dann, dass der Hunger leiser wird und mehr innere Ruhe einkehrt.
Genau diese Umstellung kann sich am Anfang aber auch unangenehm anfühlen. Kopfschmerzen, Müdigkeit, Frieren, Kreislaufmomente oder schlechte Laune sind nicht ungewöhnlich. Ich habe vor allem an Tag 1 fast immer Kopfschmerzen. Was mir dann hilft, ist ganz einfach: ein Spaziergang an der frischen Luft, viel Tee, Wärme und früh schlafen gehen.
Warum die Ernährung vor dem Fasten umstellen?
Die Einleitungstage sind für mich ein ganz wichtiger Teil des Fastens. Direkt von Kaffee, Zucker oder Snacks ins Fasten zu springen, wäre für meinen Körper viel zu abrupt. Deshalb reduziere ich die Kalorienzufuhr langsam über drei Tage.
Eine vegane, leichte Vorbereitung passt für mich besonders gut. Pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Kartoffeln, etwas Vollkorn, pflanzlicher Joghurt und leichte Suppen belasten den Körper weniger als schwere, fettige oder tierische Mahlzeiten. Der Verdauungstrakt bekommt langsam weniger zu tun, und auch mental fällt der Einstieg leichter.
Es ist ein sanftes Hineingleiten statt ein harter Schnitt.
Meine 13-Tage-Anleitung für Heilfasten nach Otto Buchinger
Meine persönliche Struktur sieht so aus:
Tag 1 bis 3: Einleitungstage mit reduzierter Kalorienzufuhr und noch fester Nahrung
Tag 4: erster Fastentag und zugleich Reinigungstag mit Glaubersalz und Einlauf
Tag 5 bis 10: weitere Fastentage ohne feste Nahrung
Tag 11 bis 13: Aufbautage
Während der Fastentage trinke ich tagsüber vor allem Tee. Zu Mittag nehme ich jeden Tag ein FRESH pack Antiox zu mir das ich mit 250 ml Wasser mische. Das Antiox enthält gefriergetrocknete Früchte die am höchsten Reifegrad geerntet wurden und somit ein Maximum an Antioxidantien enthalten. Da es der einzige Fruchtsaft ist den ich während der gesamten Fastenzeit zu mir nehme, ist es mir sehr wichtig, dass der Saft eine hervorragende Qualität hat. Am Nachmittag trinke ich gerne einen Bio-Karotten- oder Rote-Rüben-Saft. Am Abend gibt es eine klare, selbst gekochte Bio-Gemüsebrühe.
Wichtig zu beachten: Während des Fastens dürfen keine Pflanzenmilch oder konventionelle Milch, keine Proteinshakes und keine zusätzlichen Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden – das ist wichtig!
Ich achte während der Fastentage darauf, ungefähr im klassischen Buchinger-Rahmen von unter 300 kcal pro Tag zu bleiben. Bei mir ergibt sich das durch Tee, Antiox zu Mittag, einen Karotten- oder Rote-Rüben-Saft am Nachmittag und die klare Gemüsebrühe am Abend.
Für den Einlauf verwende ich stilles Wasser aus Glasflaschen, weil ich Plastikflaschen vermeiden möchte.
Tag 1: erster Einleitungstag mit ca. 1300 kcal
Am ersten Tag wird die Kalorienzufuhr auf etwa 1300 kcal reduziert. Es wird noch gegessen, aber deutlich leichter und bewusster. Für mich ist das der Tag, an dem der Körper langsam versteht: Jetzt beginnt eine andere Phase.
Morgens trinke ich grünen Tee oder Pfefferminztee. Dazu passt zum Beispiel etwas Obst mit pflanzlichem Joghurt oder eine kleine Portion Porridge. Mittags eignet sich ein großer Salat, gedünstetes Gemüse oder eine einfache Kartoffel-Gemüse-Mahlzeit. Abends darf es eine leichte Gemüsesuppe sein.
Ich verzichte an diesem Tag auf Alkohol, Süßigkeiten, Snacks, schwere Fertiggerichte und Kaffee. Gerade der Kaffeeentzug macht sich bei mir schnell bemerkbar. Kopfschmerzen an Tag 1 kenne ich sehr gut. Ein Spaziergang an der frischen Luft hilft mir dann fast immer, und abends gehe ich möglichst früh schlafen. Der Körper braucht jetzt keine zusätzliche Härte, sondern Unterstützung.
Tag 2: zweiter Einleitungstag mit ca. 1000 kcal
Am zweiten Tag reduziere ich auf etwa 1000 kcal. Die Mahlzeiten werden noch einfacher. Morgens wieder Tee, eventuell etwas rohes Obst oder gedünstetes Obst mit pflanzlichem Joghurt. Mittags können zwei Scheiben Vollkornknäckebrot mit einem leichten veganen Aufstrich und Gurke gut passen. Abends gibt es eine einfache Gemüsesuppe, gerne schon sehr schlicht.
Im Körper wird die Verdauungsarbeit weiter reduziert. Viele merken an diesem Tag bereits, dass sie ruhiger werden – oder auch etwas gereizter. Beides ist normal. Alte Gewohnheiten melden sich, der Blutzucker bekommt weniger schnelle Energie, und der Kopf sucht nach bekannten Routinen.
Ich versuche an diesem Tag, nicht zu viel zu planen. Tee, Wärme, ein Spaziergang und ausreichend Schlaf sind für mich die beste Vorbereitung.
Tag 3: dritter Einleitungstag mit ca. 800 kcal
Am dritten Tag wird die Kalorienzufuhr auf etwa 800 kcal reduziert. Es wird noch gegessen, aber nur sehr leicht. Dieser Tag ist wichtig, damit der Körper nicht plötzlich von normaler Ernährung auf völligen Nahrungsverzicht umstellen muss.
Morgens gibt es Tee und eine kleine leichte Mahlzeit, zum Beispiel wieder etwas rohes Obst oder gedünstetes Obst mit pflanzlichem Joghurt. Mittags passt eine kleine Portion Gemüse, Kartoffeln oder Suppe. Abends wird es noch schlichter: eine leichte Gemüsesuppe oder klare Gemüsebrühe mit wenig Einlage.
An diesem Tag bereite ich gerne meine Gemüsebrühe für die Fastentage vor. Meine Brühe koche ich im Verhältnis 1 kg Bio-Gemüse auf 3 Liter Wasser, ohne Salz. Ich verwende zum Beispiel Karotten, Sellerie, Lauch, Zwiebeln und Petersilie. Wer mag kann auch gerne etwas Ingwer hinzugeben. Alles wird sanft gekocht und danach abgeseiht. Während der Fastentage trinke ich nur die klare Brühe.
Tag 4: erster Fasten- und Reinigungstag mit Glaubersalz und Einlauf
Der vierte Tag ist der erste richtige Fastentag – und zugleich der Reinigungstag. Ab jetzt gibt es keine feste Nahrung mehr. Von heute an startet der Morgen mit grünem Tee oder Pfefferminztee. Tagsüber trinke ich vor allem Kräutertee. Zu Mittag nehme ich mein Antiox. Am Nachmittag gibt es einen Karotten- oder Rote-Rüben-Saft. Und am Abend trinke ich klare Gemüsebrühe.
Aus meiner Erfahrung ist es sehr sinnvoll, diesen Tag auf ein Wochenende oder einen Urlaubstag zu legen oder zumindest auf einen Tag, an dem man im Homeoffice ist und jederzeit auf die Toilette gehen kann. Die Wirkung von Glaubersalz kann sehr deutlich sein und mehrere Stunden anhalten. Das ist wirklich kein Tag, an dem man entspannt im Büro sitzen, Termine wahrnehmen oder unterwegs sein möchte. Je ruhiger und freier dieser Tag geplant ist, desto angenehmer lässt sich die Reinigung durchführen.
Für die Abführung nehme ich Glaubersalz ein: 30 g Glaubersalz auf ½ Liter Wasser. Der Geschmack ist ehrlich gesagt fürchterlich, aber ich trinke es zügig und versuche, nicht lange darüber nachzudenken.
Etwa 4 bis 5 Stunden später mache ich zusätzlich einen Einlauf. Dafür verwende ich einen Reiseirrigator, den ich in der Apotheke gekauft habe. Für den Einlauf nehme ich 1,5 Liter stilles Wasser aus Glasflaschen. Das ist mir wichtig, weil ich Wasser aus Plastikflaschen möglichst vermeiden möchte.
Den Einlauf wiederhole ich während der Fastentage alle zwei Tage, um Restbestände im Darm zu entfernen. Ich habe es einmal nicht gemacht, und mir ging es dann an Tag 5 wirklich nicht gut. Seitdem gehört dieser Schritt für mich fest dazu.
Bei Glaubersalz und Einläufen ist Achtsamkeit wichtig. Wer empfindlich reagiert, Medikamente nimmt oder gesundheitliche Themen hat, sollte sich vorher ärztlich oder in der Apotheke beraten lassen.
shop
FRESH pack antiox liefert dem Körper Power aus gefriergetrockneten Superfruits. Vollgepackt mit jeder Menge Vitamin C und hochwertigen Antioxidantien schützt es die Zellen vor freien Radikalen. Für eine schöne Haut von innen.
Tag 5: zweiter Fastentag ohne feste Nahrung
Nach dem Reinigungstag beginnt der zweite Fastentag ohne feste Nahrung. Im Körper wird die Stoffwechselumstellung jetzt spürbarer. Die Glykogenspeicher werden weiter geleert, und der Körper bewegt sich stärker in Richtung Fettverbrennung. Das kann sich etwas wackelig anfühlen. Frieren, Müdigkeit oder Kreislaufmomente sind möglich.
Ich gehe jeden Tag spazieren, weil mir frische Luft unglaublich guttut und den Kreislauf unterstützt. Zusätzlich mache ich abwechselnd sanftes Yoga oder ein kurzes, leichtes Krafttraining. Dabei geht es nicht um Leistung, sondern nur darum, den Körper sanft zu aktivieren.
Tag 6: dritter Fastentag – mitten in der Umstellung
Der dritte Fastentag ist oft einer der herausfordernderen Tage. Der Körper ist mitten im Wechsel vom Kohlenhydratstoffwechsel in Richtung Fettverbrennung. Die schnell verfügbaren Glykogenspeicher sind nun meist deutlich reduziert, und der Körper nutzt zunehmend Fettreserven als Energiequelle.
Die Routine bleibt schlicht: Tee am Morgen und über den Tag verteilt, mittags Antiox, nachmittags Karotten- oder Rote-Rüben-Saft, abends klare Gemüsebrühe.
Wenn Schwindel oder Kreislaufprobleme auftreten, helfen mir Ruhe, frische Luft, Wärme und bei Bedarf Apozema Tropfen aus der Apotheke. Diese nehme ich nach Packungsangabe. Bei Unsicherheit würde ich immer in der Apotheke oder ärztlich nachfragen.
Ein guter Tipp für diesen Tag ist ein Leberwickel. Dafür wird ein kleines Baumwolltuch oder Geschirrtuch mit warmem bis heißem Wasser befeuchtet und gut ausgewrungen. Dann lege ich es auf den rechten Oberbauch, also rechts unterhalb des Rippenbogens. Auf das feuchte Tuch gebe ich eine Wärmflasche und wickle mir eine Decke fest um meinem Körper, um die Temperatur zu speichern – man kann auch ein großes Handtuch verwenden. Dann einfach 20 bis 30 Minuten entspannt liegen, ruhig atmen und nichts tun. Ich höre dabei gerne etwas Chill Out Lofi Music. Für mich ist das eines der wohltuendsten Rituale während des Fastens.
Der Leberwickel wird traditionell während des Fastens eingesetzt, weil feuchte Wärme die Durchblutung im Leberbereich anregen und gleichzeitig entspannend wirken kann. Besonders in der Mittagsruhe oder am Abend kann dieses kleine Ritual sehr wohltuend sein.
Tag 7: vierter Fastentag – es wird ruhiger
Am vierten Fastentag wird es bei vielen Fastenden innerlich ruhiger. Der Körper hat sich stärker auf die Fettverbrennung eingestellt. Der Hunger wird oft weniger drängend, der Kopf klarer, und dieses besondere Fastengefühl kann langsam entstehen.
Ich bleibe bei meiner Routine: viel Tee, mittags Antiox, nachmittags Karotten- oder Rote-Rüben-Saft und abends klare Gemüsebrühe. Dazu kommt ein Spaziergang und je nach Gefühl sanftes Yoga, ein kurzes leichtes Krafttraining oder eine Meditation.
Während des Fastens schlafe ich generell mehr als sonst. Früher hätte ich vielleicht gedacht, ich müsste trotzdem funktionieren wie immer. Heute sehe ich das anders. Der Körper arbeitet im Hintergrund intensiv, und Schlaf ist dabei eine wunderbare Unterstützung.
Tag 8: fünfter Fastentag – der Kopf meldet sich manchmal wieder
Körperlich wird es oft leichter, aber mental kann der fünfte Fastentag noch einmal spannend werden. Plötzlich riecht Brot unglaublich gut. Man denkt an Gerichte, die man sonst gar nicht ständig isst. Der Kopf versucht, zurück in alte Muster zu gehen.
Für mich hilft es, den Tag klar zu strukturieren: Tee, Antiox, Gemüsesaft, Brühe. Dazwischen Bewegung, Ruhe, Wärme und keine unnötigen Essensreize. Ich meide es, lange in der Küche zu stehen oder mich mit Rezepten zu beschäftigen, die gerade nicht passen.
Ein Leberwickel am Abend kann auch heute sehr wohltuend sein, besonders wenn mir kalt ist oder ich innerlich unruhig bin. Gerne baue ich während der Fastenzeit auch kleine Pflegerituale ein wie mich abends ganz bewusst einzucremen. Ich nehme mir dabei viel Zeit und creme mich besonders achtsam ein. Ich spüre aufmerksam hin und übe mich dabei in Dankbarkeit für meinen Körper. Ich verwende für mein Ritual am allerliebsten das RINGANA FRESH baby oil. Es duftet so herrlich nach Vanille. Es nährt meine Haut mit Feuchtigkeit und verleiht mir samtweiche Haut.
Tag 9: sechster Fastentag – die Leichtigkeit kommt
Am sechsten Fastentag kann dieses besondere Gefühl von Leichtigkeit auftauchen. Nicht immer, nicht bei allen, aber oft. Der Körper läuft nun stärker im Fastenstoffwechsel. Die Fettverbrennung ist deutlich aktiver, und viele empfinden weniger Hunger.
Meine Routine bleibt gleich: morgens und tagsüber Tee, mittags Antiox, nachmittags Karotten- oder Rote-Rüben-Saft, abends klare Gemüsebrühe.
Ein Spaziergang draußen fühlt sich an diesem Tag oft besonders schön an. Die Luft wirkt klarer, die Sinne sind wacher, und manchmal merkt man erst jetzt, wie viel Essen im Alltag überdeckt: Müdigkeit, Unruhe, Stress, Emotionen.
Tag 10: siebter und letzter Fastentag
Der letzte Fastentag ist besonders. Es ist dieser stille Moment vor dem Fastenbrechen. Der Körper ist leerer, der Kopf oft klarer, und der erste Apfel am nächsten Tag wirkt plötzlich wie ein kleines Fest.
Auch heute bleibt meine Routine einfach: Tee über den Tag, mittags Antiox, nachmittags Karotten- oder Rote-Rüben-Saft und abends klare Gemüsebrühe.
Ich nehme mir an diesem Tag gerne Zeit für ein kleines Resümee. Was hat mir gutgetan? Was war schwer? Was möchte ich nach dem Fasten anders machen? Für mich ist Heilfasten nicht nur der Verzicht auf feste Nahrung. Es ist eine Einladung, ehrlicher mit mir selbst zu werden.
Optional: Zeolith während des Fastens. Beim ersten Mal Fasten habe ich zusätzlich Zeolith genommen, konkret ein medizinisches Zeolith-Produkt (ZeolithMED Detox-Pulver). Zeolith ist ein natürliches Vulkanmineral. Es kann im Magen-Darm-Trakt bestimmte Stoffe binden und wird anschließend über den Darm ausgeschieden.
Wichtig ist: Zeolith ist kein Wundermittel und sollte bewusst verwendet werden. Wer Medikamente einnimmt, sollte unbedingt auf zeitlichen Abstand achten und vorher ärztlich oder in der Apotheke nachfragen, weil bindende Stoffe auch die Aufnahme von Medikamenten oder anderen Substanzen beeinflussen können. Solche Produkte sollten immer nach Packungsangabe verwendet werden.
Tag 11: erster Aufbautag – Fastenbrechen mit Apfel
Das Fastenbrechen ist für mich einer der schönsten Momente der ganzen Fastenzeit. Es wird nicht nebenbei gegessen, nicht hastig, nicht schnell zwischen zwei Terminen. Der erste Bissen verdient Ruhe und Zeit.
Ich breche das Fasten mit einem Apfel. Am besten vormittags oder mittags. Ich habe diesen Apfel ganz bewusst ausgesucht – ich schaue ihn an, rieche daran und kaue ganz langsam. So langsam, dass der Apfel im Mund fast zu Saft wird. Es muss nicht der ganze Apfel sein. Sobald ein erstes Sättigungsgefühl kommt, reicht es.
Am Abend gibt es ein wenig Suppe mit. Für mich passt hier eine milde Kartoffel-Sellerie-Suppe wunderbar. Ich gebe auch noch einen Teelöffel geschroteten Leinsamen hinein. Sie ist warm, weich, einfach und sanft genug, um den Körper wieder an feste Nahrung zu gewöhnen. Hier findest du das Rezept für meine Kartoffel-Sellerie-Suppe.
Die geschroteten Leinsamen helfen, den Darm wieder sanft in Schwung zu bringen. Nach mehreren Tagen ohne feste Nahrung braucht die Verdauung Zeit. Deshalb esse ich langsam, und bleibe bei kleinen Portionen.
Der erste Aufbautag ist kein „Endlich wieder essen, was ich will“-Tag. Er ist der vorsichtige Übergang zurück.
Tag 12: zweiter Aufbautag – den Darm sanft wecken
Am zweiten Aufbautag darf es etwas mehr sein. Bei mir sind das zum Beispiel zwei Scheiben Vollkornknäckebrot mit Rote-Rüben-Aufstrich. Dazu etwas pflanzlicher Joghurt mit Chiasamen.
Am Abend gibt es wieder Suppe. Ab heute verfeinere ich auch in die Suppe nicht nur mit geschrotete Leinsamen, sondern auch mit ein paar Tropfen Leinöl.
Auch an diesem Tag trinke ich weiterhin Tee und achte auf Ruhe. Bewegung darf sein, aber sanft: spazieren, leichtes Dehnen, kein hartes Training.
Tag 13: dritter Aufbautag – mehr Vielfalt, aber bewusst
Am dritten Aufbautag wird es wieder etwas vielseitiger. Ich esse zum Beispiel Vollkornknäckebrot mit Linsen-Curry-Aufstrich von NOA oder Rote-Rüben-Aufstrich von dm. Dazu etwas Gemüse und ein bisschen pflanzlichen Joghurt mit Chiasamen und Früchten.
Trotzdem bleibt die Devise: langsam, bewusst, nicht zu viel. Der Körper ist nach dem Fasten sehr empfänglich. Zu fettig, zu salzig, zu schwer oder zu große Portionen können schnell unangenehm werden.
Für mich ist dieser dritte Aufbautag eine Brücke. Zurück in den Alltag, aber nicht zurück in alle alten Muster.
Warum vegan nach dem Fasten besonders gut passt
Nach dem Fasten schmeckt alles intensiver. Ein Apfel ist plötzlich unglaublich süß. Eine Suppe fühlt sich wohltuend an. Ein einfaches Stück Vollkornknäckebrot mit Aufstrich kann vollkommen ausreichend sein.
Eine vegane, vollwertige Ernährung passt für mich nach dem Fasten besonders gut, weil sie leicht, bunt, nährstoffreich und ballaststoffreich sein kann. Gemüse, Obst, Kartoffeln, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und hochwertige pflanzliche Öle geben dem Körper eine wunderbare Basis.
Gerade nach dem Heilfasten wird deutlich, wie gut einfache, natürliche Lebensmittel tun können. Nicht kompliziert, nicht überladen, nicht ständig zwischendurch. Sondern bewusst, ruhig und nährend.
Heilfasten ist oft eine Zäsur. Nach einigen Tagen ohne feste Nahrung ist das Körpergefühl feiner. Man spürt schneller, was schwer im Magen liegt, was guttut und wann genug ist. Genau deshalb eignet sich die Zeit nach dem Fasten so gut, um pflanzenbasierter, frischer und bewusster weiterzumachen.
Mein Fazit
Heilfasten nach Otto Buchinger ist kein Wellnessurlaub für den Körper. Es kann Kopfschmerzen geben, kalte Füße, Kreislaufmomente, innere Diskussionen und Tage, an denen man sich fragt, warum man das eigentlich macht.
Aber dann gibt es auch diese anderen Momente. Die stille Klarheit. Die Leichtigkeit. Den tiefen Schlaf. Den Spaziergang, der plötzlich mehr bewirkt als jedes Ablenkungsprogramm. Die Freude über drei Kilo weniger auf der Waage. Den ersten Apfel, der schmeckt wie ein kleines Wunder.
Für mich ist Heilfasten ein Weg zurück zu mehr Bewusstsein. Nicht nur beim Essen, sondern im ganzen Alltag.
Wer Heilfasten ausprobieren möchte, sollte es gut vorbereiten, achtsam durchführen und vor allem die Aufbautage ernst nehmen. Genau dort entscheidet sich, ob das Fasten nur ein kurzer Verzicht war oder wirklich ein liebevoller Neustart.
Auf meinem Blog findest du vegane Rezeptideen, Inspiration für eine pflanzenbasierte Ernährung und sanfte Impulse für mehr Wohlbefinden im Alltag. Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment, deinem Körper zuzuhören und ihm die Pause zu schenken, nach der er schon so lange leise ruft.
Disclaimer: Der Text ersetzt keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und er darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Konsultiere bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden immer den Arzt deines Vertrauens! Greentrinsic übernehmt keine Haftung für Unannehmlichkeiten oder Schäden, die sich aus der Anwendung der hier dargestellten Information ergeben.


